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Preisangaben in Shopify: PAngV, Grundpreis und Streichpreise richtig umsetzen
Gesamtpreis, Grundpreis, Streichpreis und 30-Tage-Regel: Typische Fehler bei Preisangaben im Shopify-Shop und wie du sie technisch sauber umsetzt. Kein Rechtsrat.
von Bastian Baumann7 Min. Lesezeit
Preisangaben sind der Klassiker unter den Abmahngründen im Onlinehandel. Nicht, weil sie besonders kompliziert wären, sondern weil sie an vielen Stellen im Shop auftauchen: Produktseite, Collection, Suche, Warenkorb, Newsletter, Anzeigen. Ein Fehler im Theme wiederholt sich dann hundertfach.
Dieser Artikel zeigt, worauf es bei der Preisangabenverordnung (PAngV) im Shopify-Alltag ankommt und wo du technisch eingreifen musst. Stand Herbst 2026; Gesetze und Rechtsprechung ändern sich, prüfe aktuelle Quellen.
Wichtig: Das hier ist keine Rechtsberatung. Wir erklären, wie sich Anforderungen in Shopify abbilden lassen. Ob deine konkrete Umsetzung rechtlich passt, prüft deine Kanzlei.
Die fünf häufigsten Fehler bei Preisangaben
Bevor wir ins Detail gehen, ein Blick auf das, was im Alltag am häufigsten schiefläuft:
- Grundpreis fehlt in Listen. Auf der Produktseite steht er, in der Collection, im Suchergebnis oder im Quick-Add-Fenster nicht.
- Streichpreis ohne Substanz. Der “alte” Preis war nie oder nur kurz der echte Preis. Oder er bleibt nach Ende der Aktion einfach im Vergleichspreis-Feld stehen.
- Versandkosten erst im Checkout. Der Hinweis auf zusätzliche Versandkosten fehlt dort, wo der Preis genannt wird.
- Netto statt Brutto im B2C. Besonders nach Importen aus ERP-Systemen oder B2B-Setups passiert das.
- Preise in Werbung und Shop weichen ab. Der Preis in der Google-Produktfeed, im Newsletter oder auf Social Media ist ein anderer als im Shop.
Gehen wir die Punkte der Reihe nach durch.
Gesamtpreis: Das zahlt der Kunde
Gegenüber Verbrauchern muss der Preis genannt werden, den sie tatsächlich zahlen, also inklusive Umsatzsteuer und weiterer Preisbestandteile. In Shopify steuerst du das über die Steuereinstellungen: Ob Preise inklusive Steuer erfasst und angezeigt werden, legst du in den Einstellungen zu Steuern und Zöllen fest. Für mehrere Länder über Shopify Markets kann das je Markt unterschiedlich sein. Die genauen Menüpunkte ändern sich gelegentlich, schau also in dein aktuelles Admin.
Praxis-Hinweise:
- Prüfe nach jedem Import, ob die Preise tatsächlich als Bruttopreise im Shop ankommen.
- Wenn du neben Endkunden auch Geschäftskunden bedienst, trenne die Preislogik sauber (Preislisten oder Kundengruppen). Mehr dazu findest du in unserem Artikel zu Shopify B2B und Plus.
- Der Hinweis “inkl. MwSt.” gehört in Shopify-Themes meist an den Preis. Kontrolliere, ob er auch in Collections, im Warenkorb-Drawer und im Quick-Add erscheint.
Versandkosten: Hinweis am Preis, Höhe spätestens im Warenkorb
Bei Fernabsatz musst du darauf hinweisen, dass zusätzlich Liefer- und Versandkosten anfallen können, und diese Kosten benennen, soweit sie sich vorab berechnen lassen. Das gängige Muster: ein Hinweis “zzgl. Versand” direkt beim Preis, verlinkt auf eine Seite mit den Versandkosten je Land.
Technisch heißt das:
- Im Theme einen Textbaustein beim Preis-Snippet einbauen, nicht nur auf der Produktseite.
- Eine Versandkosten-Seite pflegen und die Shopify-Versandprofile damit abgleichen. Wenn dort 4,90 Euro stehen, im Versandprofil aber 5,90 Euro hinterlegt sind, hast du ein Problem.
- Bei Versand in mehrere Länder die Kosten je Zone ausweisen.
Grundpreis: Preis pro Mengeneinheit
Wenn du Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkaufst, muss neben dem Gesamtpreis in der Regel auch der Preis je Mengeneinheit stehen, also zum Beispiel Euro pro Kilogramm oder pro Liter. Typische Bezugsgrößen sind 1 kg, 1 l, 1 m, 1 m² oder 1 m³. Seit dem 28.05.2022 bezieht sich der Grundpreis grundsätzlich auf 1 kg bzw. 1 l. Die frühere Ausnahme für kleine Packungen bis 250 g bzw. 250 ml, bei denen 100 g oder 100 ml als Bezug möglich waren, ist ersatzlos entfallen. 100 g bzw. 100 ml sind nur noch bei loser Ware zulässig, also bei Ware, die nach Gewicht oder Volumen verkauft wird, etwa an der Theke. Prüfe deshalb vor allem ältere Themes, Apps und Produktdaten: Dort steckt häufig noch der alte 100-g-Bezug.
Der Grundpreis steht in unmittelbarer Nähe zum Gesamtpreis und muss gut lesbar sein.
Wie setzt du das in Shopify um?
Es gibt drei Wege, vom einfachsten zum flexibelsten:
- Preis-pro-Einheit-Felder von Shopify. In der Produktverwaltung gibt es Felder für Gesamtmenge und Basismaß, aus denen Shopify einen Preis pro Einheit berechnet. Aktuelle Themes wie Dawn geben diesen Wert aus. Stelle als Basismaß 1 kg bzw. 1 l ein, nicht 100 g oder 100 ml. Welche Einheiten und Märkte unterstützt werden, siehst du in der aktuellen Shopify-Hilfe und in deinem Admin.
- Metafelder plus Theme-Anpassung. Du legst Metafelder an, zum Beispiel für Füllmenge und Einheit, und lässt das Theme den Grundpreis berechnen und ausgeben. Das lohnt sich, wenn du Sonderfälle hast, etwa Abtropfgewicht, Mehrfachpackungen oder Meterware mit Mindestabnahme.
- App. Es gibt Apps für Grundpreisanzeige. Prüfe vor dem Einsatz, ob sie in Collections, Suche und Warenkorb funktionieren und ob sie den Shop nicht unnötig verlangsamen.
Unabhängig vom Weg gilt: Teste jede Stelle, an der ein Preis erscheint. Dazu gehören Produktseite, Collection, Suche, Empfehlungen, Quick-Add, Warenkorb, Bundles und Varianten-Wechsel. Gerade beim Wechsel der Variante (500 ml statt 250 ml) bleibt der Grundpreis in schlecht angepassten Themes gern stehen.
Streichpreise und die 30-Tage-Regel
Wirbst du mit einer Preisermäßigung, musst du laut PAngV den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den du in den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hast. Diese Referenz gilt für das Bewerben der Preisermäßigung, nicht für jeden durchgestrichenen Preis überhaupt. Wichtig ist, was du als “vorher” darstellst und wie. Wie das im Detail gilt, auch bei Prozentangaben, Staffelungen und Dauerrabatten, ist Sache deiner Rechtsberatung.
Was heißt das im Shop?
- Das Vergleichspreis-Feld von Shopify (Compare-at price) ist nur ein Anzeigefeld. Es prüft nichts.
- Eine UVP als Vergleichspreis ist etwas anderes als der eigene frühere Preis. Mit einer UVP wirbst du anders, auch das muss korrekt und nicht irreführend sein.
- Shopify speichert keine Preishistorie, die du für diese Prüfung direkt nutzen könntest. Du musst sie selbst festhalten.
Praktische Umsetzung der Preishistorie
Ein pragmatischer Aufbau:
- Metafeld “Niedrigster Preis der letzten 30 Tage” am Produkt oder an der Variante anlegen.
- Preisänderungen protokollieren. Entweder mit einem Workflow in Shopify Flow, der bei Preisänderungen ausgelöst wird, oder über Export und Import von Preisen aus deinem ERP, das die Historie bereits führt.
- Theme-Logik: Der Streichpreis wird nur angezeigt, wenn der Aktionspreis tatsächlich unter dem Referenzwert liegt und die Aktion aktiv ist. Das Theme zeigt dann den Referenzpreis aus dem Metafeld, nicht blind den Vergleichspreis.
- Aufräumen nach der Aktion. Nach Ende einer Aktion muss das Vergleichspreis-Feld geleert werden. Das lässt sich automatisieren, ist aber der Punkt, der in der Praxis am häufigsten vergessen wird.
Alternativ gibt es Apps für Rabatt- und Preisverwaltung, die so etwas anbieten. Auch hier gilt: Nicht blind vertrauen, sondern die Logik mit deiner Kanzlei abgleichen.
Rabattcodes und automatische Rabatte
Shopify kennt Rabattcodes und automatische Rabatte, die im Warenkorb oder Checkout abgezogen werden. Das ist technisch etwas anderes als ein Streichpreis auf der Produktseite. Trotzdem gilt: Sobald du in Banner, Newsletter oder Anzeigen mit “20 % auf alles” wirbst, wirbst du mit einer Preisermäßigung. Dann solltest du vorher klären, auf welchen Ausgangspreis sich das bezieht und was bei bereits reduzierten Artikeln gilt.
Ein Tipp aus der Praxis: Lege für Aktionen eine kleine Checkliste an. Datum der letzten Preisänderung je Artikel, Referenzpreis, Aktionszeitraum, Aufräumdatum. Das kostet zehn Minuten und spart Ärger.
Österreich und Schweiz
Die PAngV gilt für Deutschland. Verkaufst du auch nach Österreich oder in die Schweiz, gelten dort eigene Regeln zur Preisauszeichnung (in der Schweiz zum Beispiel die Preisbekanntgabeverordnung). Die Grundrichtung ist ähnlich, die Details unterscheiden sich, vor allem bei Mehrwertsteuer, Währung und Grundpreis. Wenn du per Shopify Markets mehrere Länder bedienst, prüfe deshalb jeden Markt einzeln. Einen Überblick über weitere Pflichten im Checkout findest du in unserem Artikel zum rechtssicheren Shopify-Checkout in DACH.
Checkliste vor dem Livegang
- Alle Preise im B2C-Shop inklusive Umsatzsteuer, Hinweis “inkl. MwSt.” an allen Preisstellen
- Versandhinweis beim Preis, Versandseite aktuell, Versandprofile passen dazu
- Grundpreis für alle betroffenen Produkte, auch in Collection, Suche und Warenkorb
- Grundpreis ändert sich korrekt beim Variantenwechsel
- Streichpreise nur mit nachvollziehbarer Referenz, Prozess für die Preishistorie steht
- Nach Aktionen wird der Vergleichspreis aufgeräumt
- Preise in Feeds (Google Merchant Center, Preisvergleich) und Newslettern stimmen mit dem Shop überein
Wir helfen bei der technischen Umsetzung
Die rechtliche Bewertung bleibt bei deiner Kanzlei. Die technische Umsetzung, also Theme-Anpassungen, Metafelder, Flow-Automatisierung und Tests über alle Preisstellen, übernehmen wir. Mehr dazu auf unserer Seite zu Recht und DSGVO für DACH-Shops.
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Wenn du erst einmal wissen willst, was ein Shopify-Projekt grob kostet, nutze den Shopify-Kostenrechner oder schau auf unsere Preise.
Häufige Fragen
Muss ich in Shopify für jedes Produkt einen Grundpreis angeben?
Ist ein Streichpreis in Shopify automatisch rechtssicher?
Gilt die 30-Tage-Regel auch für Rabattcodes?
Gelten in Österreich und der Schweiz dieselben Regeln?
Bastian Baumann
SHOPARCHITEKT · Shopify-Lösungen für DACH
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Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026. Mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.