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Shopware zu Shopify migrieren: Shopware 5 und 6 im Vergleich

Umzug von Shopware 5 oder 6 zu Shopify: Unterschiede, Erlebniswelten, Kundengruppen, Varianten und Konfiguratoren. Was mitkommt und was neu gebaut wird.

von Bastian Baumann6 Min. Lesezeit

Shopware-Shops sind oft über Jahre gewachsen: viele Plugins, individuelle Anpassungen, komplexe Preislogik. Der Wechsel zu Shopify ist deshalb weniger ein Kopieren als ein Neuordnen. Das ist aber keine schlechte Nachricht. Wer Altlasten abwirft, startet schlanker. Hier siehst du, worauf es bei einem Umzug aus Shopware 5 oder 6 ankommt.

Shopware 5 oder 6: Warum die Version zählt

Shopware 5 und Shopware 6 sind technisch zwei verschiedene Systeme. Das wirkt sich auf die Migration aus:

Thema Shopware 5 Shopware 6
Architektur Ältere, klassische PHP-Architektur Neuere, API-orientierte Architektur
Inhalte und Layout Einkaufswelten Erlebniswelten
Erweiterungen Plugins der 5er-Generation Plugins/Apps der 6er-Generation
Datenzugriff Datenbank-Export, Schnittstellen, Plugin-Exporte Admin-API, Exporte, Schnittstellen
Aufwand bei Datenübernahme Oft mehr Aufbereitung nötig Meist strukturierter exportierbar

Das sind Tendenzen, die im Einzelfall variieren. Ob ein Shop sauber exportierbar ist, hängt von deinen Plugins und individuellen Anpassungen ab.

Zum Support-Ende von Shopware 5

Für Shopware 5 hat der Hersteller die Entwicklung einschließlich Sicherheitsupdates Ende Juli 2024 eingestellt (Stand Oktober 2026). Das ist kein angekündigtes, sondern ein bereits eingetretenes Ende: Neue Sicherheitslücken schließt der Hersteller nicht mehr.

Davon zu unterscheiden ist eine separat angebotene Unterstützung durch Drittanbieter, etwa kostenpflichtige Sicherheitsupdates einzelner Dienstleister. Sie kann ein Shopware-5-Setup übergangsweise absichern, ist aber kein Hersteller-Support, hängt vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab und ändert nichts daran, dass die Plattform selbst nicht mehr weiterentwickelt wird.

Wenn du noch auf Shopware 5 läufst, ist das ein Argument für den Wechsel, ganz gleich ob zu Shopware 6 oder zu Shopify.

Wichtig ist: Du musst nicht erst auf Shopware 6 wechseln. Der direkte Weg nach Shopify ist möglich und spart eine zweite Migration.

Was mitkommt und was neu gebaut wird

Bereich Übernahme Hinweis
Produkte, Bilder, Preise Ja Struktur an Shopify-Logik anpassen
Kategorien Ja, als Kollektionen Automatische Kollektionen über Regeln möglich
Eigenschaften und Filter Teilweise Über Produktdaten, Metafelder und Filter neu gedacht
Kunden Ja Ohne Passwörter
Bestellhistorie Ja, als Archivdaten Mailversand beim Import vorab mit Testdaten prüfen
Seiten, Blog Ja Inhalte übernehmen, Layout neu
Einkaufs- und Erlebniswelten Nein Layouts werden im Theme neu gebaut
Plugins Nein Funktion prüfen: Shopify-Standard oder App
Regelwerke (zum Beispiel Rule Builder) Nein Neu abbilden, etwa mit Shopify-Bordmitteln oder Apps

Passwörter und Kundenkonten

Wie bei jeder Migration lassen sich Passwörter nicht übertragen, auch bei Shopware nicht. Was das für deine Kunden bedeutet, hängt von der Kontenart in Shopify ab:

  • Neue Kundenkonten: Sie sind passwortlos. Kunden melden sich mit E-Mail-Adresse und einem Einmalcode an, ein altes Passwort wird nicht gebraucht.
  • Klassische (“legacy”) Kundenkonten: Hier aktivieren Kunden ihr Konto per Einladungsmail und vergeben ein neues Passwort. Shopify löst diese Kontenart schrittweise ab.

So beschreibt es die Shopify-Dokumentation (Stand Oktober 2026). Plane trotzdem einen Kommunikationsschritt ein, damit Kunden nach dem Umzug nicht überrascht werden.

Importierte Bestellungen und E-Mails

Ob beim Import historischer Bestellungen Benachrichtigungen oder Versandmails an Kunden ausgelöst werden, hängt vom eingesetzten Importwerkzeug und dessen Einstellungen ab. Verlass dich nicht darauf, dass importierte Bestellungen automatisch still bleiben. Teste das vor dem Livegang mit Testdaten und unterdrücke Benachrichtigungen und Versandmails für historische Bestellungen.

Einkaufswelten und Erlebniswelten

In Shopware gestaltest du Seiten mit einem eigenen Layout-Editor. Diese Inhalte sind an das Shopware-System gebunden. In Shopify entstehen Seiten mit Theme-Sektionen und Blöcken, und dein Team pflegt sie im Theme-Editor.

So gehen wir vor:

  • Wir sichten, welche Welten wirklich Umsatz oder Traffic bringen (Startseite, Kampagnenseiten, Landingpages, Kategorieseiten).
  • Wir bauen wiederkehrende Elemente als Sektionen (Hero, Produktkarussell, Vorteile, Text-Bild).
  • Wir vereinfachen. Viele gewachsene Welten enthalten Altlasten, die niemand mehr braucht.

Das Ergebnis ist meist ein aufgeräumtes Layout, das du ohne Entwickler pflegen kannst. Wenn dein Design aus Figma kommt, setzen wir es mit Figma zu Shopify um.

Kundengruppen und Preislogik

Shopware kennt Kundengruppen mit eigenen Preisen, Staffelpreisen und Sichtbarkeiten. In Shopify gibt es dafür mehrere Bausteine, die je nach Anforderung zusammenspielen:

  • Kunden-Tags für einfache Segmentierung und Rabatte
  • Kataloge und Firmenprofile für B2B-Preise und Bestellregeln
  • Märkte für länderspezifische Preise und Währungen

Welche B2B-Funktionen in welchem Tarif enthalten sind, ändert sich und gehört vor der Planung geprüft. Einen Überblick gibt der Artikel Shopify B2B und Plus: Wann lohnt es sich? und die Leistung B2B mit Shopify Plus.

Plane die Preislogik deshalb vor dem Import. Wenn du heute zehn Kundengruppen mit Sonderpreisen pflegst, lohnt sich die Frage, ob alle noch gebraucht werden.

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Varianten, Eigenschaften und Konfiguratoren

Hier stolpern die meisten Shopware-Migrationen. Shopware-Shops haben oft sehr komplexe Produktstrukturen:

  • Viele Eigenschaften pro Produkt mit Filterfunktion
  • Varianten mit mehreren Dimensionen
  • Produkte mit Konfiguration (Maße, Material, Zubehör)

Shopify arbeitet mit Optionen und Varianten pro Produkt, die begrenzt sind. Die aktuellen Limits findest du im Shopify-Hilfecenter; sie wurden in der Vergangenheit angepasst. Für Eigenschaften nutzt du Metafelder und Metaobjekte, die du in Filtern und auf der Produktseite ausspielen kannst.

Bei echten Konfiguratoren (Maßanfertigung, Preisberechnung nach Eingabe, Komponentenauswahl) lohnt sich eine eigene Entscheidung: Standardmäßig über eine App oder individuell gebaut. Mehr dazu im Artikel Produktkonfigurator: App oder Custom? und bei der Leistung Produktkonfigurator.

Ablauf einer Shopware-Migration

  1. Bestandsaufnahme: Version, Plugins, Datenmenge, Schnittstellen, Sonderfälle
  2. Konzept: Struktur von Kollektionen, Varianten, Metafeldern, Preislogik, Seitenlayouts
  3. Staging-Shop: Theme, Märkte, Versand, Zahlarten, Rechtstexte
  4. Datenmigration: Produkte, Kunden, Bestellungen, Inhalte
  5. 301-Mapping: Jede alte URL bekommt ein Ziel. Grundlage ist der tatsächliche URL-Bestand deines Shops aus Crawl, Sitemap und Search Console, nicht ein angenommenes Standardmuster. Siehe SEO bei Shopify-Migration
  6. Test und Go-Live: Testbestellungen, Daten nachziehen, Domain umstellen
  7. Monitoring: Search Console, Analytics, Support

Der Ablauf entspricht dem bei WooCommerce zu Shopify, nur dass bei Shopware die Konzeptphase mehr Gewicht hat.

Schnittstellen nicht vergessen

Viele Shopware-Shops hängen an ERP, Warenwirtschaft, PIM oder Versanddienstleistern. Diese Anbindungen müssen für Shopify neu gedacht werden: Wo liegt die Datenhoheit für Bestand und Preise? Wie kommen Bestellungen ins ERP? Das klären wir früh, siehe Schnittstellen.

Weitere Infos

Die Detailseiten zu unserem Vorgehen: Migration von Shopware 5, Migration von Shopware 6 und die Übersicht zur Migration. Eine grobe Kostenorientierung liefert der Migrationsrechner.

Fazit

Der Umzug von Shopware zu Shopify ist vor allem eine Konzeptfrage. Datenübernahme ist Handwerk. Die Arbeit liegt darin, Erlebniswelten, Kundengruppen und Konfiguratoren sinnvoll neu zu denken. Wer die Version kennt, die Plugins ehrlich bewertet und die URL-Weiterleitungen sauber plant, hat gute Chancen auf einen ruhigen Wechsel.

Stand und Grenzen

Stand dieses Artikels ist Oktober 2026. Gesichert ist: Der Hersteller hat die Entwicklung von Shopware 5 einschließlich Sicherheitsupdates Ende Juli 2024 eingestellt, Passwörter lassen sich bei keinem System übertragen, und die neuen Shopify-Kundenkonten sind passwortlos (laut Shopify-Dokumentation, Stand Oktober 2026). Vom eigenen Shop und Werkzeug hängt ab, wie sauber sich deine Daten exportieren lassen, ob ein Import Mails auslöst, welche URLs tatsächlich existieren und welche Plugins in Shopify durch Standardfunktionen oder Apps ersetzt werden können. Das klärst du in der Bestandsaufnahme und mit Testdaten.

Häufige Fragen

Muss ich von Shopware 5 erst auf Shopware 6 wechseln, bevor ich zu Shopify gehe?
Nein. Ein Zwischenschritt über Shopware 6 ist nicht nötig. Wir migrieren direkt aus Shopware 5 oder Shopware 6 nach Shopify. Entscheidend ist, dass die Daten sauber exportiert werden können.
Was passiert mit meinen Erlebniswelten und Einkaufswelten?
Sie lassen sich nicht automatisch übernehmen. Die Inhalte und das Layout werden in Shopify mit Sektionen und Blöcken im Theme neu aufgebaut. Das ist auch eine Chance, das Design zu entrümpeln.
Wie bilde ich Kundengruppen und Sonderpreise in Shopify ab?
Je nach Anforderung über Kunden-Tags, Kataloge und B2B-Funktionen. Was in welchem Tarif verfügbar ist, solltest du bei Shopify aktuell prüfen. Wir klären das im Konzept, bevor gebaut wird.
Gehen meine SEO-Rankings beim Umzug verloren?
Nicht zwingend. Mit vollständigem URL-Mapping und 301-Weiterleitungen lässt sich das Risiko stark senken. Garantien gibt es nicht, kurzfristige Schwankungen sind normal.

Bastian Baumann

SHOPARCHITEKT · Shopify-Lösungen für DACH

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Zuletzt aktualisiert: 02. September 2026. Mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

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